Voraussetzungen für die Überdimensionierung der PV-Anlagenleistung
Die Überdimensionierung der PV-Anlagenleistung gegenüber der Wechselrichter Nennleistung kann unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. Dabei müssen jedoch grundsätzlich folgende Bedingungen berücksichtigt werden:
Die maximal zulässige Eingangsspannung des Wechselrichters darf niemals überschritten werden.
Der maximale Kurzschlussstrom der PV-Module (ISCPV) darf nicht überschritten werden.
Die Verlustleistung des Wechselrichters in Form von Wärmeerzeugung.
Der Wechselrichter und seine Komponenten sind für bestimmte Spannungsbereiche vorgesehen und eingestuft. Werden diese Vorgaben überschritten, führt das zu einem Garantieverlust des Wechselrichters und in der Regel zu einem sofortigen Ausfall des Geräts. Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass der angegebene Spannungsbereich für den Maximum Power Point-Tracker (MPPT) eingehalten wird. Wenn die DC-Eingangsspannung außerhalb des MPP-Bereichs liegt, kann der Wechselrichter die Systemleistung nicht maximieren.
Gleichermaßen ist die Einhaltung des Grenzwertes für den maximalen Kurzschlussstroms der PV-Module für die elektrische Sicherheit des Wechselrichters und die Erhaltung der Garantieansprüche entscheidend. Der maximale Kurzschlussstrom ist auf dem Wechselrichter Typenschild sowie auf dem Datenblatt und in den technischen Daten in den Anleitungen zum Produkt angegeben. In diesem Zusammenhang wird häufig der maximale Eingangsstrom (IDCmax) irrtümlich als relevanter Grenzwert für den Anschluss der PV-Module herangezogen. Der maximale Eingangsstrom bezeichnet den Strom, den der Wechselrichter maximal aufnehmen kann, also den maximal nutzbaren Eingangsstrom. Eine Überschreitung dieses Wertes ist mit SMA Wechselrichtern möglich und führt in der Regel lediglich zu geringfügigen Ertragsverlusten. Informationen zum maximal nutzbaren Eingangsstrom finden Sie auf dem Datenblatt des Wechselrichters und in den technischen Daten in den Anleitungen zum Wechselrichter unter www.SMA-Solar.com.
Außerdem muss die Verlustleistung des Wechselrichters berücksichtigt werden. Vereinfacht gesagt, verzeichnen Wechselrichter Effizienzverluste als Wärmeerzeugung. Je nach Ausgangsleistung haben Wechselrichter einen unterschiedlichen Wirkungsgrad. So ist bei 100 % AC-Ausgangsleistung die Wärmeerzeugung höher als bei 60 % oder 80 % AC-Ausgangsleistung. Bei einer überdimensionierten PV-Anlagenleistung wird der Wechselrichter öfter im Bereich der AC-Nennausgangsleistung betrieben. Die damit höhere Wärmeerzeugung des Wechselrichters kann am Installationsort zu Problemen führen, insbesondere wenn der Wechselrichter in einem Anlagenraum o.ä. installiert wird, wo Belüftung und Wärmeableitung eventuell nur eingeschränkt vorhanden sind ( > Montageort und Wärmeabfuhr). Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Links:
"Technische Information Wirkungsgrade und Derating"
"Technische Information Temperatur Derating" unter www.SMA-Solar.com.
Maximal zulässige DC-Eingangsleistung
In den Datenblättern der SMA Wechselrichter ist die maximale DC-Eingangsleistung für den Wechselrichter angegeben. Die Einhaltung dieses Grenzwerts ist eine Bedingung für die Garantieleistungen von SMA. Für einige SMA Wechselrichter darf die maximale DC-Eingangsleistung überschritten werden, wenn die am Anlagenstandort zu erwartenden Volllaststunden (ermittelt aus der jährlich eingespeisten Energie und der AC-Nennleistung des Wechselrichters) innerhalb eines definierten Grenzwertes bleiben. Bei einer Anlagenplanung mit unserer Planungssoftware Sunny Design können Sie die Volllaststunden für unsere Wechselrichter in Abhängigkeit vom Anlagenstandort ermitteln.
Weiterführende Informationen hierzu finden Sie unter folgendem Link: Herstellererklärung "Nennleistung des PV-Generators" und unter www.SMA-Solar.com.
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