Blindleistungsregelung


Erzeugungs- und Bezugsanlagen müssen Blindleistung bereitstellen, um das öffentliche Stromnetz zu stützen. Durch Bereitstellung von Blindleistung werden Spannungsänderungen im öffentlichen Stromnetz in verträglichen Grenzen gehalten. Die Dimensionierung der Erzeugungsanlage hinsichtlich der geforderten Blindleistungsbereitstellung am Netzanschlusspunkt liegt in der Verantwortung des Anlagenbetreibers. Der Netzbetreiber gibt das Blindleistungsverfahren und die einzustellenden Parameter vor. Typischerweise hat der Netzbetreiber unterschiedliche Anforderungen an Erzeugungs- und Bezugsanlagen. Dementsprechend kann das Verfahren bei Wirkleistungsaufnahme (Bezug) unabhängig vom Verfahren bei Wirkleistungsabgabe (Einspeisung) aktiviert und eingestellt werden.

Die Einstellungen bzw. die Konfiguration erfolgt über die Benutzeroberfläche des System Managers (z.B. Data Manager M oder Sunny Tripower X 25).

Ein SMA System Manager übernimmt in Verbindung mit einem Energiezähler die Regelung am Netzanschlusspunkt und kann untergeordnete Wechselrichter steuern oder regeln. Außerdem übernimmt der System Manager die Anlagenüberwachung und die Kommunikation zum Sunny Portal powered by ennexOS.

Weiterführende Informationen zu den verschiedenen Blindleistungsverfahren und den zugehörigen Parametern finden Sie unter folgendem Link: Technische Information "SMA GRID GUARD 10.0 - Netzsystemdienstleistungen durch Wechselrichter und Anlagenregler" und unter www.SMA-Solar.com.

Anlagenkonfiguration mit System Manager gemäß VDE-AR-N-4105

Die VDE-AR-N-4105 gibt die Wechselrichter-Klemmen als Bezugspunkt für die Netzsystemdienstleistungen vor. Der Inbetriebnahmeassistent der SMA System Manager ist für die Konfiguration der Blindleistungsregelung nach VDE-AR-N-4110 ausgerichtet. Die VDE-AR-N-4110 gibt den Netzanschlusspunkt als Bezugspunkt für die Netzsystemdienstleistungen vor. Deshalb kann der Inbetriebnahmeassistent und der Netzsystemdienstleistungs-Konfigurationsassistent nicht für die Konfiguration der Blindleistungsregelung von Anlagen im Niederspannungsnetz nach VDE-AR-N-4105 verwendet werden. Detaillierte Informationen zum konkreten Vorgehen bei der Konfiguration finden Sie unter folgendem Link: Technischen Information "Inbetriebnahme und Konfiguration der Blindleistungsregelung von Anlagen im Niederspannungsnetz nach VDE-AR-N-4105" und unter www.SMA-Solar.com.

Besonderheit bei verschiedenen Mess- und Erfüllungsorten für Wirk- und Blindleistungsanforderungen

Anwendungsfall: Anlagensteuerung mit zwei Messgeräten und SMA Data Manager M

Anforderung: Steuerung bzw. Regelung der Blindleistung, basierend auf der reinen Erzeugungsleistung.

Voraussetzungen:

  • Eine Wirkleistungsmessung am Netzanschlusspunkt

  • Eine Blindleistungsmessung am gemeinsamen Anschlusspunkt der (PV)-Wechselrichter

Aktuell kann das Steuer- und Regelungsmodul der ennexOS-basierten Anlagensteuerungen nur ein einziges Messgerät als Referenzmessung für alle verwendbaren Betriebsarten verwenden.

Um die o.g. Vorgaben dennoch erfüllen zu können, wird an beiden Messstellen je ein kompatibles Messgerät (Janitza UMG 604-Pro) installiert. Dabei wird ein Messgerät dem anderen untergeordnet. Das übergeordnete Messgerät leitet sowohl seine eigenen Messwerte, als auch die Werte des untergeordneten Gerätes, an den System Manager (SMA Data Manager M / L) weiter. Damit stehen die Wirkleistungsmesswerte vom Netzanschlusspunkt und die Blindleistungsmesswerte der Erzeugungsanlage dem Anlagenregler zur Verfügung.

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Systemübersicht

Weiterführende Informationen hierzu finden Sie in der Technischen Information "SMA Data Manager M / L - Anlagensteuerung mit zwei Messgeräten - Blindleistungsregelung Q(U) für PV-Systeme in Mittelspannungsanlagen" unter www.SMA-Solar.com.